Ein Unternehmensnetzwerk ist ein Zusammenschluß mehrerer Unternehmen, die bei Bedarf Informationen und/oder Material austauschen können. Dieser Zusammenschluß ist für eine langfristig Zusammenarbeit ausgelegt, deshalb stabil, und wird auch als Kooperationsplattform bezeichnet. Aufgrund von Veränderungen des Kooperationszieles oder Unzulänglichkeiten der Partner kann die Zusammensetzung sich ändern. Die Entstehung einer solchen quasi-stabilen Plattform erfordert langfristige Vorbereitungen und eine mehrjährige Aufbauphase (Potentialsuche, Potentialcheck, Potentialerschließung), um vertrauensvolle Beziehungen und eine funktionierende Organisation zu schaffen [Hm].
Zwischen den Kooperationspartnern herrschen Zweckbeziehungen, die zu einer Abstimmung von Funktionen führen, die auf formlosen oder schriftlichen Vereinbarungen basieren. Die Aufnahme und zeitlich unbegrenzte Durchführung der Zusammenarbeit erfolgt durch eine größere Anzahl von Kooperationspartnern. Wegen des fehlenden rechtlichen Rahmens für die Zusammenführung von Ressourcen wird die Zusammenarbeit über Funktionsabstimmungen koordiniert [Hess, T.: Unternehmensnetzwerke: Abgrenzung, Ausprägung und Entstehung, Arbeitspapiere der Abt. Wirtschaftsinformatik II, Universität Göttingen, Nr. 4/1998, Göttingen, S. 11].
Stabile Unternehmensnetzwerke
Stabile Unternehmensnetzwerke sind durch die mittel- und langfristige Kooperation zwischen mehreren Unternehmen gekennzeichnet. Häufig werden aufgrund von kurzfristigen Kooperationen Geschäfts- und Vertrauensbeziehungen aufgebaut, die auch nach der Erfüllung des Kooperationszwecks für neue Kooperationsvorhaben weitergeführt werden. Bei einem stabilen hierarchischen Netzwerk kann eine Dachorganisation existieren, die nach außen gegenüber dem Auftraggeber als Auftragnehmer auftritt [Hess, T.: Unternehmensnetzwerke: Abgrenzung, Ausprägung und Entstehung, Arbeitspapiere der Abt. Wirtschaftsinformatik II, Universität Göttingen, Nr. 4/1998, Göttingen, S. 11].
Dynamische Unternehmensnetzwerke
Dynamische Unternehmensnetzwerke sind dagegen in der Lage, sich kurzfristig zu konfigurieren, um temporäre Marktchancen wahrzunehmen (virtuelle Unternehmen). Netzwerkorganisationen in Form von losen Verbünden erfahren eine besondere Dynamik beispielsweise in Bezug auf die Fluktuation der Netzwerkmitglieder. Bei diesen eher kurzfristig angelegten Kooperationen existiert keine Dachorganisation wie bei den stabilen Netzwerken, vielmehr tritt hier jeder Partner nach außen als Auftragnehmer auf [Hess, T.: Unternehmensnetzwerke: Abgrenzung, Ausprägung und Entstehung, Arbeitspapiere der Abt. Wirtschaftsinformatik II, Universität Göttingen, Nr. 4/1998, Göttingen, S. 11].