ie unterschiedliche Ausprägung bestimmter Netzwerkeigenschaften führt zu unterschiedlichen Netzwerktypen. Sie hängt letztendlich von der übergeordneten, strategischen Zielsetzung der Kooperationspartner ab. Aus dem breiten Spektrum möglicher Netzwerkausprägungen haben sich vier grundlegende Netzwerktypen herausgebildet: strategisches Netzwerk, virtuelle Unternehmung, regionales Netzwerk und operatives Netzwerk [Hm].
Strategisches Unternehmensnetzwerk
Innerhalb eines strategischen Unternehmensnetzwerks agieren alle Partnerunternehmen autonom. Es besitzt dabei ein oder mehrere fokale [lat.: leitend, steuernd] Unternehmen. Das fokale Unternehmen [z.B. eine Management-Holding oder ein Endprodukthersteller] führt das Netzwerk strategisch, d.h. es beeinflußt die strategische Ausrichtung mehr als andere Netzwerkmitglieder. Ziel dieser strategischen Gemeinschaft ist es, durch eine komplementäre Erweiterung der Kompetenzen der Einzelunternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil zu erreichen. Die übrigen Partner sind meist vertraglich eng und langfristig an das fokale Unternehmen gebunden, bieten ihre Leistung aber auch an andere Abnehmer außerhalb des Netzwerks an, um ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit zu wahren. Ein typisches Beispiel dieses Netzwerktyps stellen Kunden-Zulieferer-Netzwerke der Automobilindustrie dar [IFA].
Virtuelle Unternehmung
Virtuelle Unternehmen Operatives Unternehmensnetzwerk
Der Nutzen eines operativen Unternehmensnetzwerks ist es, kurzfristig auf Leistungen der Partner, insbesondere auf freie Produktions- und Logistikkapazitäten, zugreifen zu können. Dazu bedarf es mehrerer redundanter Unternehmen, die durch ein gemeinsames Informationssystem miteinander verbunden sind. Üblicherweise werden standardisierte Transaktionen abgewickelt, die einzelne Aktivitäten des Wertschöpfungsprozesses betreffen. Dieser Netzwerktyp weist Ähnlichkeiten mit der Virtuellen Unternehmung auf, ist jedoch eher auf die kurzfristige Abwicklung einzelner Transaktionen als auf eine gemeinsame, projektbezogene Leistungserstellung ausgerichtet. Dieses Netz weist als besonderes Merkmal den Handel mit Kapazitäten anstelle physischer Produkte auf [IFA].
Regionales Netzwerk
Ein regionales Unternehmensnetzwerk basiert auf einer räumlichen Agglomeration (Cluster) der dem Netzwerk angehörenden, hoch spezialisierten kleinen und mittleren Unternehmen. Die Unternehmen verfügen meist über latente Beziehungen zu einer großen Anzahl anderer Unternehmen in der Region und aktivieren diese Beziehungen fallweise, je nach Auftragslage, durch Einbeziehung unterschiedlicher Partner. Hier ist oftmals weniger die Einzigartigkeit von Kompetenzen als vielmehr die hohe Flexibilität und der geringe Verwaltungsaufwand der Unternehmen von Bedeutung. Die nachhaltigen Vorteile dieser Cluster liegen in der regionalen Konzentration von Kenntnissen, Fähigkeiten, Beziehungen und Motivationen, die räumlich entfernte Konkurrenten nicht aufbringen können. Grundsätzlich beeinflussen Cluster den Wettbewerb auf dreierlei Weise: Erstens erhöhen sie die Produktivität der Unternehmen, die in der Region angesiedelt sind. Zweitens bestimmen sie die Richtung und das Tempo von Innovationen. Drittens stellen sie einen Anreiz für die Gründung neuer Unternehmen dar, die ihrerseits den Cluster ausdehnen und stärken. Durch den Standortverbund kann jedes Mitglied Vorteile genießen, als ob es selbst größer wäre und als ob es sich mit den anderen in aller Form verbunden hätte - ohne dafür seine Flexibilität und Unabhängigkeit aufgeben zu müssen. Die bekanntesten Beispiele solcher Cluster finden sich in Norditalien, im Silicon Valley und in Hollywood [IFA].